Brauchtum

Auch wenn wir eine sehr junge Zunft sind, fühlen wir uns doch verbunden und verpflichtet eine der schönsten Zeiten des Jahres zu pflegen und Traditionen um uns herum weiterzutragen und zu bewahren.

Hier findest Du einige Infos zur Entstehung der Häs-Teile und rund um die Brauchstumspflege.

Häs-Wissen

Das Häs (Plural: Häser) bezeichnet die Verkleidung des Narren in Seiner Gesamtheit. Die Bezeichnung wird je nach Typus zu Narrenhäs, Hexenhäs, Blätzlehäs, Flecklehäs, etc. ergänzt. Dieses alte Wort geht auf das mittelhochdeutsche Wort “haeze” und das althochdeutsche “hâz” für Kleid, Gewand oder auch Wäschestück zurück.

Zum Häs zählt auch die heutzutage übliche Holzmaske (auch Larve, Gsicht, Schemme genannt), welche wohl aufgrund des heutigen Wohlstands verbreitet ist. Früher und immer noch bei einigen Zünften, gibt es auch Drahtgaze-, Stoff- und sonstige Maskenarten. Teilweise wurde auch nur das Gesicht mit Ruß geschwärzt um sich zu vermummen.

Kleine historische Anmerkung:
Anno 1419 durfte ein Schneider laut den Überlinger Stadtrechten für ein schlechtes (schlichtes) Häs 14 Pfennige verlangen.

Masken-Entstehung

Die Holzmasken unserer Zunft werden in Handarbeit geschnitzt und bemalt. Hier siehst Du eine kurze Bildfolge der Entstehung einer Maske:

Wie man sieht wird mit einem gegenseitig verleimten Holzblock aus Lindenholz begonnen. Die gegenseitige Verleimung soll die Spannungen des Werkstoffs Holz etwas mildern und verhindern, dass später durch Veränderungen im Holz (Erhöhung der Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, etc.) die Maske Risse bekommt.

Nun werden die Rohdimensionen der Maske angezeichnet und auf den Block übertragen. Hier siegt die Faulheit und der Block wird erstmal mittels Säge von dem überflüssigen Holz befreit.

Nun geht es daran die Umrisse und damit die Dimension der Maske für den jeweiligen Träger anzupassen. Wenn das soweit ist, zeichne ich die Öffnungen vor und bohre diese erstmal vor.

Dann wird wir Maske auf eine Werkbank gespannt und die eigentliche Schnitzarbeit kann beginnen.

Sobald die Maske Ihre entgültige Form erhalten hat, wird die Maske mittels Schleifpapier noch von scharfen Kanten und Spänen beseitigt, die den Träger verletzen könnten.

Dann erhält die Maske Ihre Bemalung, die mit einem harten Klarlack versiegelt wird.

Seitlich wird nun der Kopfgummi, also die Halterung der Maske, angebracht und nach Anbringung einer Polsterung (je nach Trägerwunsch) auf den Träger eingestellt.

Als letzte Arbeit wird das Kopftuch mit Messingschrauben an der Maske angebracht.

Nun ist die Maske bereit um während der Fasnetszeit getragen zu werden und dem Träger bei allerlei Mummenschanz gute Dienste zu leisten.